Optionen bei Interactive Brokers versteuern (2025)
Aktualisiert: 21.10.2026
Stillhalterprämien, Glattstellung, Verfall und Ausübung: So versteuern Sie Optionen von Interactive Brokers für 2025 korrekt in der Anlage KAP.
Optionsgeschäfte bei Interactive Brokers sind Kapitalerträge und gehören ab dem Steuerjahr 2025 vollständig in Zeile 19 der Anlage KAP, Verluste daraus zusätzlich in Zeile 22. Verkaufte Optionen sind im Jahr des Prämienzuflusses steuerpflichtig, gekaufte Optionen erst beim Verkauf, beim Verfall oder bei der Ausübung. Jede Prämie wird zum Kurs ihres eigenen Tages in Euro umgerechnet.
Was sich 2025 geändert hat
Bis einschließlich 2024 waren Verluste aus Termingeschäften auf 20.000 € pro Jahr begrenzt und mussten in eigenen Zeilen erklärt werden. Das Jahressteuergesetz 2024 hat diese Grenze für alle offenen Fälle abgeschafft. Die Zeilen 21 und 24 sind deshalb weggefallen. Die Eintragung ist einfacher geworden, die Berechnung dahinter nicht.
Verkaufte Optionen (Stillhalter)
- Die erhaltene Prämie ist ein Kapitalertrag im Jahr des Zuflusses.
- Kaufen Sie die Option zurück, mindert die gezahlte Prämie Ihre Erträge im Jahr der Zahlung. Liegen Verkauf und Rückkauf in verschiedenen Jahren, fallen Ertrag und Minderung auch in verschiedene Jahre.
- Verfällt die Option wertlos, bleibt die Prämie in voller Höhe steuerpflichtig.
- Werden Sie bei einem Short Put angedient, kaufen Sie die Aktien zum Basispreis. Dieser ist Ihr Anschaffungspreis; die Prämie bleibt ein eigener Ertrag und wird nicht verrechnet.
- Wird ein Short Call ausgeübt, verkaufen Sie die Aktien zum Basispreis, und auch hier bleibt die Prämie ein eigener Ertrag.
Gekaufte Optionen
- Verkaufen Sie die Option vor Fälligkeit, ist die Differenz aus Verkaufs- und Kaufpreis Ihr Gewinn oder Verlust.
- Verfällt sie wertlos, ist die gezahlte Prämie samt Kommission ein abziehbarer Verlust.
- Üben Sie einen Call aus, erhöhen Prämie und Kommission die Anschaffungskosten der Aktien. Steuerlich zählt erst deren späterer Verkauf.
- Üben Sie einen Put mit physischer Lieferung aus, mindert die Prämie den Veräußerungserlös der gelieferten Aktien.
Bei Futures entsteht das steuerliche Ergebnis mit der Glattstellung. Die täglichen Gutschriften und Belastungen der Variation Margin sind dafür nur Zwischenschritte.
So gehen Sie vor
- Den IBKR-Jahresauszug für 2025 erstellen und im Abschnitt „Transaktionen“ alle Options- und Futures-Geschäfte heraussuchen.
- Für jede Eröffnung und jede Schließung Datum, Kontrakte, Prämie und Kommission festhalten.
- Ausübungen, Andienungen und Verfälle aus dem entsprechenden Abschnitt des Auszugs ergänzen, denn dort fehlt oft eine sichtbare Schlussbuchung.
- Jede Position ihrer Eröffnung zuordnen und jede Zahlung zum Kurs ihres Tages in Euro umrechnen.
- Gewinne und Verluste je Position bilden. Die Summe gehört in Zeile 19, die Summe aller Verluste zusätzlich in Zeile 22.
- Aktien aus Andienung oder Ausübung mit dem richtigen Anschaffungspreis in den Aktienbestand übernehmen, damit der spätere Verkauf korrekt im Aktientopf landet.
Rechenbeispiel
Im März 2025 verkaufen Sie einen Put und erhalten 300 $ Prämie, der Dollar steht bei 0,92 €: 276 €. Im Mai kaufen Sie ihn für 120 $ zurück, Kurs 0,90 €: 108 €. Ergebnis: +168 €.
Im Juni kaufen Sie einen Call für 500 $ bei einem Kurs von 0,93 €, also 465 €. Er verfällt im September wertlos. Ergebnis: −465 €.
Ohne weitere Geschäfte tragen Sie in Zeile 19 den Saldo von 168 € − 465 € = −297 € ein und in Zeile 22 den Verlust von 465 €. Kommissionen sind hier zur Vereinfachung weggelassen, in der Praxis mindern sie das Ergebnis. Der IBKR-Auszug zeigt für dieselben Geschäfte −320 $. Wer diesen Saldo pauschal mit einem Jahreskurs umrechnet, landet bei einem anderen Ergebnis als die korrekte Rechnung mit Tageskursen.
Typische Fehler
- Den Saldo laut IBKR übernehmen, ohne jede Prämie zum Kurs ihres Tages umzurechnen.
- Wertlos verfallene Long-Optionen vergessen. Damit verschenken Sie einen Verlust, der Ihre übrigen Erträge mindern würde.
- Optionsverluste in Zeile 23 eintragen. Dort gehören nur Verluste aus Aktienverkäufen hin.
- Bei einer Andienung die Prämie vom Kaufpreis der Aktien abziehen. Die Aktien kosten den Basispreis, die Prämie ist ein eigener Ertrag.
- Prämien aus dem Dezember erst im Jahr des Rückkaufs erfassen. Maßgeblich ist der Zufluss.
Bei aktivem Optionshandel kommen schnell hunderte Buchungen zusammen, und ein einziger übersehener Verfall verzerrt das ganze Jahr. Laden Sie Ihren Kontoauszug bei Brokers.tax hoch: Prämien, Glattstellungen und Verfälle werden den richtigen Zeilen zugeordnet und zum Tageskurs umgerechnet, bevor Sie etwas an das Finanzamt schicken.