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ETFs bei IBKR in Österreich: Meldefonds und KZ 937

Aktualisiert: 21.10.2026

Thesaurierende ETFs bei Interactive Brokers kosten jedes Jahr KESt: So finden Sie die OeKB-Werte, füllen KZ 937 aus und vermeiden die Pauschalsteuer.

ETFs bei Interactive Brokers müssen Sie in Österreich jedes Jahr versteuern, auch wenn sie nichts ausschütten: Bei Meldefonds tragen Sie die ausschüttungsgleichen Erträge laut Oesterreichischer Kontrollbank (OeKB) in KZ 937 ein, tatsächliche Ausschüttungen in KZ 898. Für Fonds ohne Meldung gilt eine teure Pauschalbesteuerung. Weil IBKR nicht steuereinfach ist, holen Sie die Werte selbst.

Was ein Meldefonds ist

Ein Meldefonds meldet seine steuerlichen Werte jedes Jahr über einen steuerlichen Vertreter an die OeKB. Für Sie zählen vor allem die ausschüttungsgleichen Erträge, kurz AgE: Erträge, die der Fonds erwirtschaftet, aber nicht auszahlt, sondern wieder anlegt.

Die großen UCITS-ETFs aus Irland und Luxemburg sind fast immer Meldefonds. In den USA aufgelegte ETFs sind es meist nicht, sie können EU-Privatanleger wegen fehlender Basisinformationsblätter bei IBKR aber in der Regel ohnehin nicht kaufen.

So finden Sie die OeKB-Werte

  1. Im IBKR-Jahresauszug alle ETF-Positionen mit ISIN und Stückzahl heraussuchen.
  2. Auf der Website der OeKB den Bereich mit den Steuerdaten für Fonds öffnen und die ISIN eingeben.
  3. Die Meldung auswählen, deren Meldedatum in Ihr Steuerjahr fällt. Mit diesem Datum gelten die AgE als zugeflossen.
  4. Den Wert der ausschüttungsgleichen Erträge je Anteil ablesen. Er ist in Fondswährung angegeben, rechnen Sie ihn gegebenenfalls zum Kurs des Meldetags in Euro um.
  5. Mit der Stückzahl multiplizieren, die Sie am Meldedatum gehalten haben, und das Ergebnis in KZ 937 eintragen.
  6. Den Korrekturbetrag notieren und Ihre Anschaffungskosten für spätere Verkäufe entsprechend erhöhen.

Rechenbeispiel für einen Meldefonds

Sie halten am Meldedatum 200 Anteile eines thesaurierenden Welt-ETFs. Die OeKB weist 0,85 € ausschüttungsgleiche Erträge je Anteil aus.

Nicht-Meldefonds: teure Pauschale

Meldet ein Fonds nicht, wird pauschal besteuert: 90 % des Wertzuwachses im Kalenderjahr, mindestens aber 10 % des Rücknahmepreises zum Jahresende – auch dann, wenn der Fonds im Jahr an Wert verloren hat.

Ein Beispiel mit 50 Anteilen: Der Rücknahmepreis steigt im Jahr von 100 € auf 110 €. 90 % des Zuwachses ergeben 0,9 × 10 € × 50 = 450 €. Die Mindestgröße beträgt 10 % × 110 € × 50 = 550 €. Versteuert werden also 550 €, das sind 151,25 € KESt. Fällt der Preis dagegen auf 90 €, sind trotzdem 10 % × 90 € × 50 = 450 € steuerpflichtig, obwohl Sie Geld verloren haben.

Häufige Fehler

Vor dem Kauf prüfen

Bevor Sie einen ETF bei IBKR kaufen, suchen Sie die ISIN in der OeKB-Datenbank. Fehlen aktuelle Meldungen, droht die Pauschalbesteuerung. Das ist bei exotischeren Produkten keine Seltenheit.

Fonds sind der Bereich, in dem IBKR-Anleger in Österreich am häufigsten zu viel oder zu wenig zahlen – meist, ohne es zu merken. Laden Sie Ihren Kontoauszug bei Brokers.tax hoch: ETFs werden erkannt, Ausschüttungen landen in KZ 898, und Sie werden an jede Position erinnert, für die Sie OeKB-Werte in KZ 937 brauchen.

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Häufige Fragen

Muss ich AgE auch eintragen, wenn ich nichts verkauft habe?

Ja. Ausschüttungsgleiche Erträge sind jedes Jahr steuerpflichtig, solange Sie den Fonds halten.

Wo finde ich die ausschüttungsgleichen Erträge meines ETFs?

In der Fonds-Steuerdatenbank der OeKB. Sie suchen nach der ISIN und nehmen die Meldung, deren Meldedatum in Ihr Steuerjahr fällt.

Was passiert, wenn mein ETF kein Meldefonds ist?

Dann werden pauschal 90 % des Wertzuwachses im Jahr besteuert, mindestens aber 10 % des Rücknahmepreises zum Jahresende.

Erhöhen AgE meine Anschaffungskosten?

Ja, um den Korrekturbetrag aus der OeKB-Meldung. So wird beim späteren Verkauf nichts doppelt besteuert.

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